Aktuelle Projekte

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UnionHilfswerk

Seit Mai 2019 unterstützt Deutschland wird Heimat das neue Projekt des Freiwilligenmanagements der Stiftung Unionhilfswerk Berlin: „Integration durch Engagement“.

Dieses Projekt richtet sich vor allem an junge, geflüchtete Erwachsene, die an Sprach- und Integrationskursen teilnehmen, jedoch derzeit noch nicht arbeiten dürfen. Ziel dieses Projektes ist es, geflüchtete Menschen an ein freiwilliges Engagement heranzuführen, um sich selbstwirksam und in einer sinnerfüllten Tätigkeit zu erleben. Geflüchtete Menschen werden als Berater aktiv, vermitteln und begleiten andere Geflüchtete in ein Engagement und sind interkulturelle Brückenbauer. Sie wirken mit bei der Qualifizierung von Freiwilligenkoordinatoren. Das Projekt hilft den geflüchteten Menschen sich ihrer eigenen Ressourcen bewusst zu werden. Sie erproben und entwickeln Fähigkeiten und Kompetenzen weiter. Geflüchtete Menschen erhalten Einblicke in Handlungsfelder sozialer Arbeit, u.a. pädagogische Betreuung und Förderung, Pflege, Erziehung, Beschäftigung. Sie lernen hierbei niedrigschwellige Alltagskommunikation, Verbindlich- und Zuverlässigkeit und erleben die tagesstrukturierende Wirkung eines Engagements.

XENION Image

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XENION

Seit Februar 2019 fördert die DwH das von XENION gestartete Projekt „Brücken für einen Neuanfang“. Dieses Projekt richtet sich vor allem an traumatisierte Flüchtlingskinder und ihre Familien.

Unterstützung fand beispielsweise Familie M. aus Syrien. Die Familie, Vater, Mutter und der 7-jährige Sohn, flüchteten vor zwei Jahren aus Aleppo nach Deutschland. Laut Kindeseltern seien Auslöser für die massiven Entwicklungsverzögerungen, Ängste und Auffälligkeiten in der sozialen Interaktion des Jungen, die traumatischen Erfahrung im frühen Kleinkindalter. Der Junge konnte sich schnell auf die therapeutische Situation einlassen, blieb problemlos mit der Therapeutin allein, zeigte jedoch große Defizite in Bezug auf die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit, Ausdauer sowie in der sozialen Interaktion und Kommunikation, die mit großer Wahrscheinlichkeit nicht im Zusammenhang zu den erlebten traumatischen Erfahrungen stehen. Im Rahmen folgender intensiver diagnostischer und therapeutische Gespräche, Elterngespräche sowie Gesprächen mit den Erziehern bestätigten sich im weiteren Verlauf zunehmend die Hinweise auf eine zugrundeliegende globale Entwicklungsverzögerung, v.a. Hinweise auf eine bestehende autistische Symptomatik. In Elterngesprächen wurde dies vorsichtig mit den sehr besorgten und bemühten Kindeseltern besprochen. Sehr behutsame, kultursensible und aufklärende Gespräche waren notwendig um die Eltern zu überzeugen, einer notwendigen weitergehenden psychiatrischen /psychologischen Diagnostik zuzustimmen. Eine Anbindung an die zuständige Kinder- und Jugendpsychiatrie zur fortführenden und vertiefenden Diagnostik wurde begonnen.

Ein weiteres Beispiel ist die Familie S. aus Afghanistan. Die Familie besteht aus Mutter mit ihren vier Kindern. Die 13-jährige Tochter kam Anfang des Jahres 2019 im Rahmen des Familiennachzuges gemeinsam mit ihren beiden älteren Brüdern nach Berlin zur Kindesmutter und dem ältesten Bruder. Die Mutter floh gemeinsam mit dem ältesten Sohn drei Jahre zuvor nach Deutschland. In diesen drei Jahren lebte das Mädchen gemeinsam mit ihren Brüdern bei dem Onkel unter schwierigen Bedingungen. Die Kinder wurden nicht akzeptiert und sehr schlecht behandelt. Die Mutter befindet sich schon seit mehreren Monaten in therapeutischer Behandlung bei Xenion e.V.. Im Rahmen ihrer Therapie ging es u.A. um die Bestärkung, auch für ihre Tochter Hilfen zu installieren, da sie sich große Sorge um sie machte. Die Mutter berichtete, L. weine ständig, ziehe sich stark zurück und sprechen nicht mir Ihr. Die Mutter wisse nicht, was während ihrer Abwesenheit in Afghanistan vorgefallen sei, erlebe die Tochter jedoch als völlig verändert. In den therapeutischen Gesprächen zeigte sich die Tochter anfänglich verschlossen und vorsichtig, so dass der therapeutische Beziehungs- und Vertrauensaufbau im Vordergrund stand. Das Mädchen kam regelmäßig zu den wöchentlich stattfindenden Gesprächen, wirkte ihrerseits unheimlich bedürftig sowie massiv belastet. In den letzten Monaten konnte sie sich zunehmend öffnen. So berichtete sie v.a. unter der aktuellen Wohnsituation massiv zu leiden. In dem Wohnheim, in dem die Familie lebe, leben v.a. alleistehende Männer, die das Mädchen immer wieder bedrängen würden. Gemeinsam mit den zuständigen Sozialarbeitern vor Ort wurde versucht, eine alternative Lösung zu finden, leider bisher ohne Erfolg. Auch stellte sich heraus, dass das Mädchen stark unter den älteren Brüdern leide, die sie zwingen würden, sich zu verschleiern und sie immer wieder beschuldigen würden, entgegen des Korans zu handeln. Der Umgang mit der Rolle als Mädchen, der eigenen Identität, eigenen Wünschen und Zielen sowie adäquate Stressbewältigungsstrategien und Methoden der Selbstwertstärkung waren zentrale Themen der zuletzt stattgefundenen Gespräche. Insbesondere bei der Tochter besteht weiterhin großer therapeutischer Handlungsbedarf.

Familie J. aus Syrien, das sind zwei junge Menschen mit insgesamt vier Kindern. Frau S. wurde als 20-jährige zwangsverheiratet und hat mit einem gewalttätigen Ehemann zwei Kinder. Sowohl der Krieg in Syrien als auch die brutalen Übergriffe des Ehemannes haben dazu geführt, dass sie mit ihren zwei Kindern zu ihrer Mutter geflüchtet sei, die sich an der syrischen Grenze zu Jordanien niedergelassen habe. Dort wurde sie von einem jüngeren Cousin angeworben, habe ihn geheitratet und bekam mit ihm zwei Kinder. Der zweite Ehemann habe versucht nach Europa zu flüchten, sei aber zunächst verhaftet und misshandelt worden. Bei seinem zweiten Versuch habe er es bis nach Deutschland geschafft. Nachdem er subsidiären Schutz in Deutschland erhalten habe, konnte er seine Frau und die Kinder vor zwei Jahren nach Berlin holen. Die Ankunft in Deutschland habe besonders die Ehefrau als große Befreiung wahrgenommen, die für sie auch mit dem Ablegen ihres Kopftuches einherging. Seine Eltern, ebenfalls in Deutschland, seien mit der Ehe jedoch nicht einverstanden und hätten angefangen, sich sowohl in die Ehe ihres Sohnes als auch in die Erziehung einzumischen und die Frau und ihre zwei älteren Kinder zu beleidigen und zu beschimpfen. Der Ehemann habe unter diesem Einfluss begonnen, die älteste Tochter und die Ehefrau zu misshandeln, so dass sich nach polizeilicher Intervention das Jugendamt eingeschaltet habe. Dank dem Projekt „Brücken für einen Neuanfang“ konnten die Mutter und ihre älteste Tochter innerhalb kurzer Zeit bei Xenion e.V. in die psychosoziale Betreuung und Krisenintervention aufgenommen werden. Die älteste Tochter erhielt einen Platz bei der Kinder-und Jugendpsychotherapie und die Mutter bei einer Psychotherapeutin für Erwachsene zur Krisenintervention. Die Gespräche finden wöchentlich und unter Einbezug einer arabisch sprachigen Dolmetscherin statt. Schwerpunkt liegt hier auf Stärkung und Stabilisierung der Mutter und ihrer Tochter. Perspektivisch geht es darum, die gesamte Familie in ihrem Wunsch sich in Deutschland zu integrieren zu unterstützen. Eine Anbindung an die Soziale Beratung ist daher angedacht.

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Arabalmanya

fördert und hilft als gemeinnützige Vereinigung politisch, rassisch oder religiös Verfolgte, Flüchtlinge und Vertriebene.
Sie unterstützt Flüchtlinge insbesondere bei der Integration in die deutsche Gesellschaft, Kultur und Arbeitswelt.

Seit April 2017 besteht eine Zusammenarbeit von Deutschland wird Heimat mit Arabalmanya für die Seminarreihe „Deutschland – wie funktioniert das“.

In dem 2-tägigen Seminar, unter Leitung der Dozenten Herr Dr. jur. Martin Bartels und Herr Talal Mando aus Syrien, werden den neu angekommenen Berlinern praktische Lebensfragen und unsere demokratischen gesellschaftlichen Werte wie Demokratie, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und Gleichberechtigung vermittelt. Das Seminar findet alle zwei bis drei Wochen, meist in der Konferenzetage unseres Partners Mazars GmbH & Co.KG am Hauptbahnhof, mit Blick auf Reichstag und Bundeskanzleramt, statt.